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Blaumeise am FutterhausBlaumeise am Futterhaus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Blaumeisensterben 2020

In diesem Frühling mehren sich seit März die Meldungen von schwer krank wirkenden und rasch versterbenden Blaumeisen und anderen Gartenvogelarten. Schwerpunkte sind derzeit in Deutschland Rheinland-Pfalz, Mittelhessen und Thüringen. Aber auch aus anderen Regionen liegen Meldungen vor.

Die Vögel zeigen Symptome wie

- Lethargie und fehlendes Fluchtverhalten

- Fressunlust und offensichtliche Schluckbeschwerden

- starker Durst, mache Vögel trinken intensiv

- aufgeplustertes, zerzaustes Gefieder, teils kahle Stellen

- verklebte Augen

- schwere Atemnot

- oft mehrere betroffene Vögel an einer Stelle (bis zu 20) oder völlig fehlende Meisen

- jahreszeitlicher Schwerpunkt im Frühling.

Dies sind jedoch alles unspezifische Symptome, die bei einer Vielzahl von bakteriellen Infektionen (wie Salmonellen, Campylobacter usw.) vorkommen können. Die Ursache für die offensichtlich ansteckende Infektionskrankheit ist derzeit unklar und mit anderen bekannten Wildvogelkrankheiten wie Usutuviren/ Amselsterben, Trichomonaden/ Grünfinkensterben und Vogelpocken bei Meisen nicht erklärbar. Eine sehr wahrscheinliche (und noch zu bestätigende) Erklärung ist ein Bakterium (Suttonella ornithocola), das seit fast einem Vierteljahrhundert in England als Ursache für Massensterben von Blau- und anderen Meisenarten bekannt ist. Allerdings kann man die Krankheit nur beim toten Vogel sicher diagnostizieren. Auch in Deutschland gab es 2018 einen Ausbruch mit diesem Erreger. Allerdings wissen wir über den Erreger noch wenig, wie z.B. die Übertragungswege (vermutlich über die Luft und Oberflächen). Nach derzeitigem Stand ist das Bakterium für Menschen bzw. Säugetiere ungefährlich.

 

Was tun? Helfen Sie mit, das Blaumeisensterben zu erforschen und einzudämmen.

-          Gartenvögel beobachten und auf Vögel mit Symptomen achten.

-          Betroffene Vögel an den NABU melden (www.nabu.de/meisensterben), damit wir Daten zur Verbreitung der Erkrankung gewinnen.

-          Tote Vögel in einer Plastiktüte einfrieren und zur Untersuchung an das zuständige Veterinäruntersuchungsamt oder das Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg schicken. Details zum Versand finden sich ebenfalls auf der NABU-Homepage.

-          Sofern ein verdächtiger Vogel im Garten beobachtet wird, sofort Futterplätze und Vogeltränken stilllegen und reinigen, Fütterpause für zwei bis vier Wochen.

-          An Futterstellen und Vogeltränken Hygieneregeln beachten!

 

Auch wenn sich mit hoher Infektiosität, Übertragung über die Luft und schwerer Atemnot Parallelen zur aktuellen Corona-Pandemie aufdrängen, haben nach dem Stand unseres Wissens beide Infektionen nichts miteinander zu tun!

Inzwischen ist der Erreger identifizert: Es handlet sich um das vogelspezifische Bakterium Sutonella ornithocola. Nachdem es bisher kleine Ausbrüche in Deutschland gab, war der Ausbruch im Frühling 2020 außergewöhnlich großflächig.

Stand Juli.2020