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Themenschwerpunkt EichhörnchenEichhörnchenEichhörnchen

 

                                                                                                           

 

 

Seit der Veröffentlichung der Monografie über das Eurasische Eichhörnchen (Sciurus vulgaris) 2011 in der Neuen Brehm Bücherei sind wir in der Beobachtung und Erforschung dieses Kleinsäugers aktiv, u.a.

- Beobachtung mit Fotofallen und Kobelkastenkameras

- Entwicklung der Monitoringeinheit SMMU (in Zusammenarbeit mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg, Fachbereich Mechatronik, Karlsruhe)

- Mitarbeit bei der Erforschung des Eichhörnchensterbens 2015/16 durch verschiedene Pathogene, u.a. dem Squirrel Adenonvirus

- laufendes Forschungsprojekt Form und Funktion des Bakulums

- Mitarbeit an der Sonderausstellung zum Eichhörnchen im Naturmuseum Winterthur/ Schweiz (September 2018 bis Mai 2019)

 

Bücher und Publikationen zum Thema Eichhörnchen finden sich unter "Buchprojekte" und "Veröffentlichungen".

 

Eichhörnchen am FutterautomatEichhörnchen am Futterautomat

 

 

 

 

 

Eichhörnchen am Futterautomat

 

 

Haben Eichhörnchen nach dem Hitzesommer 2018 ein Problem?

Verhungern unsere Eichhörnchen infolge des Hitzesommers? Derzeit machen in sozialen Netzwerken Aufrufe zur Zufütterung die Runde.

Eine akute Gefahr, dass Eichhörnchen heuer keine Wintervorräte anlegen können oder im Winter verhungern werden sehen wir momentan nicht. Wir haben dieses Jahr ein Mastjahr mit reichlich fruchtenden Waldbäumen z.B. Eicheln und Bucheckern. Auch Wal- und Haselnüsse gibt es vielerorts reichlich, aber in manchen Regionen sind gehäuft verdorrte Samen in den Nüssen feststellbar, so dass sie nicht als Nahrung geeignet sind. Wechselnde Samenernten bei bestimmten Baumarten mit guten und schlechten Jahren sind übrigens völlig normal im natürlichen Zyklus des Waldes.

Allerdings sind Eichhörnchen Waldbewohner, die sich im Winterhalbjahr überwiegend von Baumsamen (wie Fichte, Kiefer) ernähren und nur saisonal im Herbst Nüsse und Bucheckern nutzen. Teilweise wird das herbstliche Samenangebot auch in Verstecken eingelagert, aber diese Verstecke machen nur einen geringen Teil in der Winter-Ernährung aus. Zudem sind Eichhörnchen flexibel in der Nahrungswahl und können sich auch von Baumknospen, Pilzen etc. ernähren, wenn die Samen knapp werden.

Aus Sicht des Artenschutzes ist eine flächendeckende Zufütterung des Waldbewohners Eichhörnchen weder sinnvoll noch leistbar. Schwankungen im Nahrungsangebot sind völlig normal und führen zu alljährlichen Schwankungen des Eichhörnchenbestandes (aber Schwankungen im Baumsamenangebot werden oft nicht von der Öffentlichkeit sondern nur von Fachleuten wahrgenommen).

Zufütterungen in Gärten und Anlagen können bei offensichtlichem Mangel an natürlicher Nahrung kurzfristig Abhilfe schaffen, aber keineswegs den Gesamtbestand retten. Futterstellen ermöglichen jedoch Naturbegegnungen und Beobachtungen.

Bei der Zufütterung sind mehrere Aspekte zu beachten:

Es sollten nur geeignete Futtergeräte (Futterautomaten für Eichhörnchen) sowie geeignetes hochqualitatives Futter (aus dem Fachhandel) verwendet werden. Ideal sind Nüsse, Sämereien und Sonnenblumenkerne. Eine reine Erdnuss-Diät ist für Eichhörnchen ungeeignet und schädlich.

Futterplätze und Wasserstellen müssen sauber gehalten, d.h. regelmäßig gereinigt und das Trinkwasser täglich erneuert werden.

Jede Art von Fütterung birgt auch Risiken und Unannehmlichkeiten wie Krankheitsübertragung unter den Futterstellenbesuchern oder das Anlocken ungebetener Gäste wie Mäuse, Ratten oder Waschbären. Fütterung kann meistens nicht selektiv für nur eine Tierart erfolgen.

Keinesfalls sind das massenhafte Absammeln und Einlagern von Nüssen und Samen aus der freien Natur zu empfehlen. Auf diese Weise wird anderen wildlebenden Tieren wie Bilchen oder Vögeln ihre natürliche Nahrungsgrundlage entzogen.

Eine wesentlich wichtigere und nachhaltigere Hilfe für Eichhörnchen und andere Tiere ist die naturnahe Gestaltung von Gärten und Anlagen mit Bäumen, Sträuchern, Haselnussbüschen, Quartier- und Versteckangeboten.

Dem Waldbewohner Eichhörnchen geht es in naturnah bewirtschafteten Wäldern besonders gut, wenn ihm dort eine Mischung unterschiedlicher samen-tragender Baumarten in verschiedenen Altersklassen zur Verfügung stehen.